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Pädagogische Grundgedanken - Schulkonzept

Unser Konzept orientiert sich am reformpädagogischen Ansatz Elise und Célestin Freinets. Vertrauend auf das natürliche Grundbedürfnis des Kindes sich zu entwickeln, geht es von den Voraussetzungen, Interessen und der Persönlichkeit des einzelnen Kindes aus. Die Kinder entscheiden selbst, was sie wann und wie lernen wollen und werden dabei durch Pädagogen, unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und der pädagogischen Erfordernisse beraten und begleitet.

 
Aus den freinetischen Kernbegriffen Leben, Arbeit und Lernen heraus hat die Freinet Pädagogik vier Grundprinzipien entwickelt. Diese sind die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt, die Selbstverantwortlichkeit des Kindes sowie Zusammenarbeit und gegenseitige Verantwortlichkeit. Die Techniken, Methoden und Strukturen des Lernalltags unserer Schule lassen sich auf diese Kernbegriffe und Prinzipien zurückführen und füllen sie mit riesenkleinem Leben.

 


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1. Freie Entfaltung der Persönlichkeit

Unser pädagogisches Ziel ist, die Kinder darin zu unterstützen, dass sie selbst zwischen Möglichkeiten wählen und sich entscheiden können. In diesem Sinne besteht der Lernalltag, der durch die Freie Arbeit bestimmt wird, aus einer Vielzahl von Angeboten und Materialien, aus denen man wählen und ganz individuell auf seinem Lernweg voranschreiten kann.

Der Freie Ausdruck mit seinen künstlerischen, handwerklichen, naturkundlichen und oder sportlichen Angeboten fördert die Entfaltungsmöglichkeiten des einzelnen Kindes.
Darüber hinaus sind mit thematischen Musikwochen, Schreibwerkstätten, der Druckerei, dem entdeckenden Fremdsprachenerwerb einerseits und den Naturwochen, den naturkundlichen Exkursionen und dem lebendigen Lernen im Riesenkleintier Zoo verbindliche Größen gesetzt, die das naturwissenschaftliche und das musisch-ästhetische Profil der Schule konstituieren und den Kindern ein Lernen mit allen Sinnen gemäß ihrer Neigungen und Voraussetzungen ermöglichen.


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2. Kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt

 

Die Lebenswelt des Kindes und seine Bedürfnisse bilden den Ausgangspunkt für praktische Arbeitsvorhaben, Untersuchungen und Erkundungen. Das tastende forschende Herangehen an Fragestellungen, die Natürliche Methode, eine ganzheitliche Aneignung von Wissen durch entdeckendes Lernen sind zentrale pädagogische Prinzipien an unserer Schule. So wird die Freie Arbeit vielfach durch Exkursionen, Experimente, Erforschungen und Projektarbeit bereichert.

 


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3. Selbstverantwortlichkeit

Das besondere der Freinet-Pädagogik ist, dass Kinder selbst die Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen. Sie entscheiden, was sie tun, wie lange sie an einer Arbeit bleiben, wo und mit wem sie gemeinsam arbeiten... Die Aufgabe der Pädagogen sehen wir in der Begleitung und Unterstützung dieses Prozesses.

In ihren Tages- und Wochenplänen setzen sich die Kinder selbst immer wieder neu Ziele und ziehen Bilanz, sie dokumentieren Fortschritte und lernen, sich bei Problemen Hilfe zu suchen. So werden Fähigkeiten zur kritischen Selbstreflektion entwickelt.

Verantwortung bedeutet neben der Entwicklung der persönlichen Identität auch, die Verschiedenheit aller und die Persönlichkeit anderer zu respektieren und zu achten.


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4. Kooperation und gegenseitige Verantwortlichkeit

Über die ganz individuelle Verantwortung hinaus übernehmen die Kinder auch Verantwortung für ihre Lerngruppengemeinschaft. Im gemeinsamen Lernalltag gibt es verschiedene Aufgaben, die von den Kindern selbstständig ausgefüllt werden können. Mit den kleinen täglichen Erledigungen für die Gemeinschaft sorgen die Kinder selbst für Ordnung und schaffen sich so in Eigenverantwortung eine gute Lernatmosphäre.

Wir versuchen, die Kinder zu stärken, eigene Bedürfnisse zu erkennen und sorgsam in der Gruppe zu artikulieren. Ein Gremium hierfür ist der wöchentliche KinderRat. Hier werden Verantwortlichkeiten verteilt, Regeln erarbeitet und hinterfragt. Der wöchentliche Kinderrat ist das Gremium für konstruktive Kritik. Konflikte werden offen ausgesprochen, in der Gruppe diskutiert und gelöst. Die Kinder erfahren so demokratisches Zusammenleben und erleben sich einmal mehr gleichberechtigt mit ihren Pädagogen. Das schafft ein Klima der Offenheit und des gegenseitigen Vertrauens, in dem es sich gut lernen und leben und arbeiten lässt. 

 

 

 

 

Um sich zu bilden, genügt es nicht, dass das Kind jeden Stoff in sich hineinfrisst, den man ihm mehr oder weniger spannend serviert: es muss selbst handeln, selbst schöpferisch sein. Und es muss vor allem in einer angemessenen Umgebung leben können, ...

… Leben, so intensiv wie möglich zu leben, liegt nicht darin letztlich das Ziel all unserer Anstrengungen? Und die Fähigkeit zum Leben so gut wie es nur irgend geht zu entwickeln, sollte das nicht die wesentliche Aufgabe der Schule sein?”

Célestin Freinet

 
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